Einzelbestimmung Östradiol

Der Hauptvertreter der Östrogene (Östron [E1], Östradiol [E2] und Östriol [E3]) ist das biologisch aktive (wirkungsvollste) Östradiol. Östradiol wird in den Ovarien, der Placenta, den Nebennierenrinden und den Hoden oder durch Umwandlung aus Vorläufern von Androgenen (Testosteron) gebildet. Östradiol ist für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale (Brustentwicklung, Fettverteilung) und Fortpflanzungsfunktion verantwortlich. Estradiol (Östradiol) baut bei der Frau ausserdem das Gewebe auf und beeinflusst die weibliche Körpersilhouette. Estradiol (Östradiol) fällt bei der Frau nach den Wechseljahren signifikant ab, wo durch zahlreiche Beschwerden ausgelöst werden können. 
Östradiol ist der wichtigste Gegenspieler von Progesteron und Testosteron.

  Die bekanntesten Wirkungen von biologischem (naturidentischem) Östradiol:

  • "Fänger" freier Radikale
  • Eliminierung fehl gebildeter Zellen (Zelltod)
  • Kardiovaskuläre Protektion (Senkung der Risiken einer kardiovaskulären Erkrankung)
  • Aufbau von Bindegewebe und Knochen
  • Haarwachstum (Kopf) wird angeregt
  • Erhalt der Libido und Potenz
  • Fortpflanzungshormon
  • unterstützt die Hirnfunktion
  • Schutzmantel für die Hirnzellen gegen toxische Schäden
  • Schutz vor grauem Star
  • Atrophieschutz für Haut und Schleimhäute
  • Verhindert Atrophie der Genitale
  • Schutz vor seniler Demenz
  • Erhalt kognitiver Fähigkeiten
  • Verhindert Altersdepressionen
  • Regulation des Fettstoffwechsels
  • Sichert die Mikrozirkulation in der Leber
  • Steuerung der Thermoregulation   (die einzige Wirkung wo auch die syntetischen Mittel der Hormonersatztherapie wirken)

 verminderte Ausschüttung:
• erhöhtes Osteoporose-Risiko
• verminderte Fruchtbarkeit
• verminderte Potenz • Libidoverlust
• Erektionsbeschwerden
• Postmenopausale oder Andropausale Beschwerden
• Schlafstörungen(-> Verminderung des Wachstumshormons IGF - 1)
• IGF 1 verbessert auch die Regeneration der Haut und der Schleimhäute, fördert die körperliche
  Leistungsfähigkeit und wirkt Stress entgegen.
• depressive Verstimmung • Kopfschmerzen
• Hitzewallungen • vermehrtes Schwitzen
• dünnere und faltigere Haut
• Rückgang der weiblichen Formen (Rückgang der Brustgröße, Konturverlust: Taille-Hüfte)
  Östrogendominanz: (starkes Übergewicht des Östradiols)
• Beschleunigung des Alterungsprozesses
• Unfruchtbarkeit
• Oedeme, Völlegefühl, Gefühl von „Aufgeblasensein“
• Allergien (Asthma bronchiale, Ekzeme, Rhinitis, Sinusitis..)
• Autoimmunstörung z.B. M.Hashimoto, Lupus erytomatodes, Multiple Sclerose MS
• Gallenblasenerkrankung
• Menometrorrhagien
• Vermehrtes Fettgewebe, v.a. an Bauch, Hüften und Schenkel
• Kalte Hände und Füße aufgrund einer Schilddrüsendysfunktion
• Erschöpfung
• Mastodynie/ Mastopathien
• Cervixdysplasien (Fehlbildung der Gebärmutterschleimhaut)
• Depressivität mit innerer Unruhe und Angststörungen, Panikattacken
• Veränderte Blutgerinnung mit der Gefahr von Apoplex, Embolie,Thrombosen, Herzinfarkt
• Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Mnestische Störungen (Gedächtnisverlust, Erinnerungslücken)
• Insomnie (Schlaflosigkeit)
• Myome und Zysten (Ovar, Mamma)
• Alopezie (Haarausfall) • Kopfschmerzen, Migräne
• Osteoporose
• Mammacarcinom (Brustkrebs)
• Cervixcarcinom (Gebärmutterhalskrebs)
• Endometriumscarcinom (Gebärmutterschleimhaut) 
 
Die Hormondiagnostik aus Speichel bietet gegenüber der Bestimmung aus Blut zahlreiche Vorteile: Die Probennahme ist nicht invasiv, schmerzlos und kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt und an jedem Ort erfolgen. Die Hormonbestimmung aus Saliva (Speichel) ist besonders aussagekräftig, da gezielt der freie, biologisch aktive Anteil der Hormone ermittelt wird.

Quellen

die Texte sind aus dem Buch „Natürliche Hormontherapie“ ISBN Printausgabe 978-3-89901-958-2  und

 "PILLE, SPIRALE & CO." NEBENWIRKUNGEN, WAS TUN? ISBN 978-3-00-054774-44

von Dr. med. Dipl.Psych.univ. Annelie F. Scheuernstuhl www.dr-scheuernstuhl.de