Mit dem Atemtest Fruktose kann eine Fruktoseintoleranz nachgewiesen werden

Der intestinalen Fruktosemalabsorption liegt eine gestörte Funktion des Transportproteins GLUT 5 in der Dünndarmschleimhaut zu Grunde, so dass mit der Nahrung zugeführte Fruktose nicht ausreichend resorbiert wird. Sie gelangt in untere Darmabschnitte, wo der enzymatische Abbau der Fruktose durch die Darmbakterien zu Gasbildung und Diarrhoen führt. Die Häufigkeit der intestinalen Fruktosemalabsorption wird für Europäer mit 36 % angegeben, davon zeigen 50 % klinische Symptome.
Zur Diagnostik einer Fruktosemalabsorption eignet sich die H2-Atemgasanalyse als zuverlässige und nicht invasive Methode. Bei diesem schmerzfreien Test wird Wasserstoff (H2) in der ausgeatmeten Luft gemessen. Er entsteht bei der Zersetzung der Fruktose im Darm neben kurzkettigen Fettsäuren und Kohlendioxid (CO2), gelangt über den Dickdarm ins Blut und wird dann über die Lunge ausgeatmet.
Der Wasserstoff verursacht keine Symptome, ermöglicht aber die Diagnose der Fruktoseunverträglichkeit über den Atemtest, weil sich in der ausgeatmeten Luft normalerweise kein Wasserstoff befindet.

Sinnvolle Untersuchung bei:
vermehrter Gasbildung im Darm und Blähungen
Darmgeräuschen
Wässrigen Durchfällen
Verstopfung
Reizdarmsyndrom
Kolikartigen Schmerzen


Die verminderte intestinale Aufnahme von Kohlenhydraten durch gestörte enzymatische Aufspaltung oder mangelnde Resorption kann die Ursache für chronische Darmbeschwerden sein. Die nicht resorbierten Zucker gelangen in untere Darmabschnitte, wo sie von der ortsständigen Bakterienflora metabolisiert werden. Hierbei entstehen u.a. kurzkettige Fettsäuren, CO2 und H2. Es kommt zu Meteorismus, Bauchschmerzen, Erbrechen und durch osmotisch bedingten Wassereinstrom in das Darmlumen zu Durchfall. Die Entstehung von Wasserstoff bei diesem Prozess kann im H2-Atemtest nachgewiesen werden. Der Wasserstoff diffundiert durch die Darmwand und gelangt über die Blutbahn in die Lungen, wo er mit der Exspirationsluft abgeatmet wird. Der H2-Gehalt der Ausatmungsluft wird gas-chromatographisch gemessen und korreliert mit der Menge an mikrobiell abgebauten Kohlenhydraten im Darm. Die klinischen Symptome werden häufig als funktionelle Darmbeschwerden („Reizdarmsyndrom“) fehlinterpretiert.

Komplikationen bzw. Folgen von Kohlenhydratintoleranzen

  • Veränderung der Darmflora, bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (Overgrowth-Syndrom)

  • durch Meteorismus Insuffizienz der Ileozäkalklappe

  • bei Fruktosemalabsorption:

• Folsäuremangel

      • Zinkmangel

      • gestörte Tryptophan-Resorption

  • Neigung zu Depressionen

Indikationen zum Ausschluss einer Kohlenhydratintoleranz:

  • Abklärung chronischer abdomineller Beschwerden (v.a. nach Nahrungsaufnahme)

  • Diarrhoe, Meteorismus, Flatulenz

  • Aufstoßen, Erbrechen

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Colitis ulcerosa oder M. Crohn

  • Zöliakie bzw. Glutenunverträglichkeit
     

  • depressive Verstimmung
     
  • unspezifische Beschwerden wie chronische Müdigkeit, innere Unruhe, Hyperaktivität, Konzentrations- und Schlafstörungen