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Freie Radikale – mehr schlecht als recht ! Dr. med. Petra Bracht
Die Biochemie und Biophysik erklären die Funktion von freien Radikalen. Es handelt sich um Atome, die extrem reaktionsfreudig sind. Normalerweise sind Elektronen eines Atoms immer paarweise angeordnet und damit sehr stabil. Bei den freien Radikalen ist das anders. Ihnen fehlt ein Elektron. Dadurch sind sie immer auf der Suche nach einem weiteren Atom, um ihnen ein Elektron zu „klauen“, mit dem sie sich verbinden können. Ihnen ist es egal um welche Art von Atomen es sich handelt. Hauptsache sie werden fündig. Dieser Vorgang wird auch als Oxidation bezeichnet. Jeder kennt diesen Prozess: Beißen Sie in einen Apfel und lassen Sie ihn eine Weile liegen, so wird er nach kurzer Zeit braun. Verantwortlich dafür ist der Sauerstoff. Die gleichen Reaktionen auf Sauerstoff finden in unserem Körper statt. Sauerstoffradikale stehlen dann unseren Körperzellen ein Elektron nach dem anderen, was zu einer Kettenreaktion führt. Unser Körper ist ein Wunderwerk der Natur! Sie hat sich auch bei diesen biochemischen Prozessen etwas gedacht. Freie Radikale werden zur Verteidigung eingesetzt. Sie sind wichtig, um beispielsweise krankhafte Erreger, wie Viren und Bakterien zu eliminieren und so unser Immunsystem zu unterstützen. Damit die so beschäftigten kleinen Aggressoren nach getaner Arbeit wieder unschädlich gemacht werden können, gibt es in unserem Körper ein Schutzsystem, die Antioxidantien. Das sind Mikronährstoffe, wie Vitamine, Enzyme, Mineralien sowie Fettsäuren. Besitzt der Mensch die notwendige Menge an diesen Stoffen, hält sich die Anzahl von freien Radikalen und Antioxidantien die Waage. Problematisch wird es in dem Moment, wenn die freien Radikale extrem zunehmen und damit die Balance gestört wird. Dann spricht man in der Medizin von oxidativem Stress. Zu viele dieser Aggressoren bedienen sich dann bei immer mehr Körperzellen. Dieser Zustand ist für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Rheuma, Allergien, Herz-Kreislaufkrankheiten oder Demenzzustände bis hin zum Krebs ursächlich mit beteiligt. Wie kommt es zu einem solchen Ungleichgewicht und die dadurch erlangte Macht der freien Radikale? Während die früheren Lebensgewohnheiten während der gesamten Evolution geprägt waren von ausreichender Bewegung und natürlicher Nahrung und der heutige Distress unbekannt war, so sieht das heute völlig anders aus. Durch äußerliche Umwelteinflüsse wie Lärm, Luftverschmutzung, vermehrte Strahlenintensität und einseitige Lebensführung mit wenig Bewegung, viel Stress und häufiger Fertignahrung mit den dazu notwendigen Konservierungsstoffen ist dieses ausgeklügelte System aus dem Ruder geraten. Generell gilt deshalb: Versorgen Sie sich mit Antioxidantien. Wissen Sie, wie man das Verfärben des geschnittenen Apfels an der Luft verhindert? Ganz einfach mit ein wenig Zitronensaft. Dieser enthält unter anderen Antioxidantien das bekannte Vitamin C, das auch in Ihrem Körper die zu vielen freien Radikalen abfängt und unschädlich macht. Sie können testen lassen, ob Sie z.B. genügend Vitamin C in Ihrem Körper haben. Wenn nicht – und das ist meistens der Fall - sollten sie es ergänzen. Auch gibt es Laboruntersuchungen, die aufzeigen, ob bei Ihnen bereits oxidativer Stress vorhanden ist. Leider können wir heutzutage nicht mehr ausreichend Mikronährstoffe mit der Nahrung zu uns nehmen, dies zeigen die Blutergebnisse, die uns seit mehr als zwanzig Jahren vorliegen. Trotzdem können wir vieles selbst unternehmen, um die Produktion von freien Radikalen im Zaum zu halten. Ruhephasen in Ihrem Alltag ein, moderates Bewegungstraining an der freien Luft und frische, selbst zubereitete Nahrung gehören „natürlich“ dazu.
Dr. med. Petra Bracht |


